„Kirchenbänke on the street“ erhält Diakoniepreis 2015

Die RepräsentantInnen des "Kirchenbänke on the street" nehmen die Glückwünsche zum erhaltenen Diakoniepreis 2015 entgegen (Foto: epd/Uschmann)

Wien/Klagenfurt (epdÖ) – Arbeitslose Jugendliche, SchulabbrecherInnen und drogensüchtige Jugendliche waren Zielpublikum eines innovativen Sozialprojektes, das die Evangelische Pfarrgemeinde Klagenfurt-Johanneskirche gemeinsam mit „Streetwork Klagenfurt“ im Sommer auf die Beine stellte. Im Mittelpunkt standen die renovierungsbedürftigen Kirchenbänke, die in einer gemeinsamen Aktion restauriert wurden. Nun wurde das Projekt beim diesjährigen Reformationsempfang im Wiener ODEON-Theater mit dem Diakoniepreis 2015 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 7000 Euro dotiert, gestiftet von der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich.

Bei dem Projekt „Kirchenbänke on the street“ in Klagenfurt haben „Streetworkjugendliche“ in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt, einer Malfirma und der Johanneskirche historische Kirchenbänke restauriert. Dabei wurden kreative Ideen gefördert und handwerkliches Potential geweckt. In Vier-Stunden-Schichten wurden Arbeitsstrukturen und soziales Zusammenwirken erlernt und durchgehalten. Der Arbeitsauftrag war: Demontage der Bänke, Transport in den Pfarrgarten, Abschleifen und Reparieren, Kitten, Grundieren, Streichen in zwei Farben und wieder Montage in der Kirche.

„Die Jugendlichen waren gleich Feuer und Flamme für das Projekt“, sagte Tina Pollak von der Projektleitung. Anfangs habe es Befürchtungen seitens der jungen Menschen gegeben. Am Ende hätten aber die positiven Erfahrungen bei weitem überwogen. „Drei Jugendliche haben nach dem Projekt ihre Lehre wieder aufgenommen. Ein Mädchen hat sich beim AMS um eine Tischlerlehre beworben und auch einen Lehrstellenplatz gefunden.“ Hoch zufrieden zeigte sich auch Margot Vrisk, Diakoniebeauftragte der Pfarrgemeinde Klagenfurt-Johanneskirche und Mitinitiatorin des Projekts. „Zu Beginn habe ich mich gefragt: was wird das werden?“, erinnert sich Pfarrer Rainer Gottas. „Dann kamen Menschen, die durchaus anders aussehen als andere junge Menschen, die sonst in die Kirche kommen. Über Monate ist dann ein fröhliches Leben eingekehrt. Und ich habe mich gefreut, dass sich die Jugendlichen bei uns wohl gefühlt haben.“ Möglich sei dieses Projekt geworden durch die gute Zusammenarbeit mit der Gebietskörperschaft, betont Pfarrer Gottas.

Georg Starzer von der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich bedankte sich für das Engagement der Klagenfurter. „Das Lob gebührt den vielen engagierten Menschen in den Pfarrgemeinden, die sich für das Gemeinwohl einsetzen. Das Preisgeld stiften wir gerne, weil wir froh sind, etwas zurückgeben zu können.“ Synodenpräsident Peter Krömer lobte das Projekt. Es habe Menschen eine sinnvolle Tätigkeit gegeben und ihnen so geholfen, „wieder auf die Beine zu kommen“.

Den mit 1800 Euro dotierten zweiten Preis erhielt die Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Wien-Döbling, die Flüchtlinge mit Deutschkursen unterstützen. Für ihr Engagement im Bereich der Arbeitslosenseelsorge erhielt die Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Wien-Innere Stadt den dritten Preis und wurde mit 1200 Euro unterstützt.

Bilder zum Reformationsempfang und zur Verleihung des Diakoniepreises unter foto.evang.at

Beitragsbild: Die RepräsentantInnen des "Kirchenbänke on the street" 
nehmen die Glückwünsche zum erhaltenen Diakoniepreis 2015 entgegen 
(Foto: epd/Uschmann)